Vier Merkmale. Und ein Eindruck, der darüber hinausgeht.
Diamant besteht aus kristallinem Kohlenstoff. Seine hohe Lichtbrechung, Dispersion und Härte prägen seine besondere Wirkung. Trotz Mohshärte 10 besitzt Diamant eine vollkommene Spaltbarkeit und ist deshalb nicht gegen jeden Schlag unempfindlich.
Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff bilden die bekannte Grundlage der Diamantbeurteilung. Entscheidend ist ihr Zusammenspiel: Zwei Steine mit ähnlichen Angaben können im direkten Vergleich sehr unterschiedlich wirken.
Wir betrachten deshalb nicht nur Werte auf einem Papier, sondern auch Proportionen, Symmetrie, Politur und den Charakter des Steins. Natürliche, synthetische und behandelte Diamanten werden klar voneinander unterschieden.
Carat
Das Karat bezeichnet das Gewicht. Wie groß ein Diamant erscheint, hängt zusätzlich von Form und Proportionen ab.
Colour & Clarity
Farbe und innere Merkmale werden unter definierten Bedingungen beurteilt und verständlich eingeordnet.
Cut
Schliff, Symmetrie und Politur beeinflussen, wie Licht im Stein geführt und zurückgegeben wird.
Rissfüllung, Laserbohrung, Bestrahlung oder HPHT-Behandlung können Eigenschaften verändern. Eine belastbare Einordnung beruht auf geeigneten Untersuchungsmethoden und nicht auf einem einzelnen optischen Eindruck.
Fluoreszenz
Ein verborgenes Leuchten, kein Makel.
Unter ultraviolettem Licht beginnen manche Diamanten zu leuchten, meist in einem kühlen Blau, seltener in Gelb, Grün oder Orange. Sobald die UV-Quelle fehlt, verschwindet das Leuchten wieder. Im Graduierungsbericht wird diese Fluoreszenz getrennt von den 4C angegeben, mit Stärke von keine bis sehr stark und Farbe.
Ursprung
Spurenelemente, vor allem Stickstoff, werden bei der Entstehung im Erdinneren in das Kristallgitter eingebaut. Der Stein ist weder behandelt noch in seiner Beständigkeit beeinträchtigt.
Häufigkeit
Nach Untersuchungen des GIA fluoresziert etwa ein Viertel bis ein Drittel der graduierten Diamanten, fast immer blau. Eine mittlere oder stärkere Ausprägung ist deutlich seltener.
Wirkung
Bei normalem Licht ist meist nichts zu sehen. Bei leicht getönten Steinen kann blaue Fluoreszenz den Gelbton ausgleichen, sodass der Diamant von oben weißer wirkt.
Ein Diamant unter der UV-Lampe in unserem Atelier: Die blaue Fluoreszenz lässt ihn hell aufleuchten. Eigene Aufnahme · george.de
Langwelliges UVKurzwelliges UV
Ein im HPHT-Verfahren synthetisch hergestellter Diamant unter lang- und kurzwelligem UV-Licht: Unter Langwelle bleibt er dunkel, erst unter Kurzwelle leuchtet er grünlich-gelb. Solche Leuchtmuster geben Hinweise bei der Unterscheidung natürlicher und synthetischer Diamanten, eine sichere Bestimmung erfordert weitere Untersuchungen. Eigene Aufnahmen · george.de
Die verbreitete Sorge, Fluoreszenz mache einen Stein „milchig“, trifft nur in sehr seltenen Einzelfällen zu. In den hohen Farbgraden werden Diamanten mit deutlicher Fluoreszenz dagegen häufig etwas günstiger gehandelt, obwohl am Schmuckstück kein Unterschied zu erkennen ist. Wer einen Stein nach seiner Wirkung auswählt statt nach einer Zeile im Zertifikat, kann davon profitieren.
Entscheidend bleibt der Blick auf den einzelnen Stein. In unserem Atelier vergleichen wir Diamanten gern mit Ihnen nebeneinander, bei Tageslicht und unter Kunstlicht.